Ernst May wurde in den 1920er Jahren vor allem durch sein Wirken in Frankfurt am Main bekannt. Dort entwarf er großzügige Neubaugebiete, die aufgrund von Wohnungsmangel dringend benötigt wurden. Merkmale seiner Planung waren die für die damalige Zeit revolutionären Ideen des Bauhaus. Mays Schaffen, das als Neues Frankfurt in die Architekturgeschichte einging, entsprangen unter anderem die Römerstadt (1927 bis 1929) und die Heimatsiedlung (1927 bis 1934).

 

Im Mai 1961 berief die Stadt Wiesbaden den damals 75-jährigen May zum Planungsbeauftragten der Stadt. Vom Mann mit dem großen Namen erhoffte sich die hessische Landeshauptstadt, in der nach dem Zweiten Weltkrieg ein großer Anteil an Altbauten erhalten geblieben war, neue Impulse im Sinne einer "modernen" Bebauung und einer autogerechten Stadt. May war in der Folge für den Bau der Trabantensiedlung Klarenthal verantwortlich, deren erste Wohnblocks 1966 bezogen wurden. [1]

 

 

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