Das Bundeshaus besteht im Wesentlichen aus neun Gebäuden. Das wohl bekannteste ist der 1992 erbaute Plenarsaal, in dem bis 1999 der Deutsche Bundestag tagte. Alle Gebäudekomplexe sind miteinander verbunden. Bis 2007 gab der Bund für seine ehemaligen Parlamentsbauten (Plenarsaal, Vizepräsidentenbau, Altes Hochhaus) 17 Millionen Euro aus.

 

Plenarsaal, Foyer und Rheinlobby [Bearbeiten]

Plenum

Foyer

 

Der 1949 im Anschluss an das Foyer als selbsttragende Stahlkonstruktion erbaute Plenarsaal umfasste einen seitlich mit Glasfassaden geöffneten Sitzungssaal, der für 520 Abgeordnete konzipiert war, des Weiteren wurde dort eine Tribüne für 400 Besucher errichtet. Das in den 1980er-Jahren baufällig gewordene Gebäude wurde ab 1986 abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen.

 

Der neue Plenarsaal wurde bis 1992 auf dem Grund des ehemaligen Baus von Hans Schwippert nach Plänen der Architektengruppe Behnisch & Partner errichtet und wird heute als Teil des "Internationalen Kongresszentrums Bundeshaus Bonn" genutzt. Seit dem Start des Kongresszentrums fanden hier zahlreiche national wie international bedeutende Konferenzen und Tagungen statt. Der Plenarsaal kann außerhalb der Kongressnutzung besichtigt werden, wegen der hohen Auslastung aber nur noch selten. Das Plenum hat eine Grundfläche von 1230 m². Das Gebäude sollte dem Geiste der alten Bundesrepublik folgend Transparenz, Bürgernähe und Bescheidenheit ausdrücken.

 

Alle Bereiche des Glas- und Stahlgebäudes sind einsehbar, es gibt keine einzige durchgehende Wand. Die aus statischen Gründen unvermeidlichen Betonwände sind durch großflächige Kunstwerke kaschiert. Die Sitzordnung ist im Unterschied zu bisherigen Parlamentsgebäuden kreisrund gewählt. Dadurch saßen die Abgeordneten Regierung, Präsidium und Redner nicht gegenüber, sondern mit ihnen zusammen. Außensitze werden auf diese Weise vermieden. Seit der Bundestagswahl 1998 ist die Sitzordnung unverändert, lediglich die Stenografenplätze vor dem Rednerpult wurden entfernt. Der eigentliche Plenarsaal liegt unter dem Boden der Umgebung, wodurch das gesamte Gebäude kleiner und somit bescheidener wirkt. Die Eingänge für die Abgeordneten und für die Besucher liegen nur wenige Meter auseinander und auch das 1200 m² umfassende Foyer, das zusammen mit der Rheinlobby den Plenarsaal umrahmt und beispielsweise für Bankette dient, ist von einem Besucherbalkon einsehbar.

 

Der Bundestagsadler, die so genannte "Fette Henne", ist eine Kopie des ersten Adlers aus dem alten Plenarsaal, die aus optischen Gründen aus Aluminium anstatt aus Gips gefertigt wurde. Das Gefieder des Wappenvogels ist asymmetrisch und lückenhaft, um den Abgeordneten vor Augen zu führen, dass sie niemals Perfektion erreichen werden. Bemerkenswert ist, dass sich von der gesamten Symbolik nur sehr wenig im umgebauten Reichstagsgebäude wiederfindet. Große Probleme bereitete bei den ersten Sitzungen 1992 die Mikrofonanlage, weswegen für einige Sitzungen nochmals ins Wasserwerk ausgewichen werden musste.

 

Kernbereich [Bearbeiten]

 

Der Kernbereich des Bundeshauses -- die ehemalige Pädagogische Akademie -- war der erste der heute neun Gebäudeteile. 1930 bis 1933 im Bauhausstil nach Plänen des Regierungsbaumeisters Martin Witte erbaut, wurde er 1949 bis 1999 durch den Deutschen Bundestag genutzt. Bis zur Eröffnung des unweit gelegenen UN-Campus 2006 waren dort übergangsweise UN-Organisationen ansässig. Nach einer Sanierung des Gebäudes zog hier am 8. Juli 2008 die TNT Akademie, die mit dem World Conference Center kooperiert, mit rund 20 Mitarbeitern ein. Der Betreiber des World Conference Centers, SMI Hyundai, vermietet diesen Teil des Bundeshauses nunmehr an die TNT Akademie, musste hierzu jedoch mit dem Eigentümer des Gebäudes, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, seinerseits einen Mietvertrag abschließen.[2]

 

Nordflügel und Bundesratssaal [Bearbeiten]

Außenstelle des Bundesrates im Nordflügel (seit 2000)

 

Der 1949 errichtete Nordflügel beherbergt heute die Außenstelle des Bundesrates. Bis dieser seinen Hauptsitz 2000 ins Preußische Herrenhaus in Berlin verlegte, fanden in der angrenzenden ehemaligen Aula der Pädagogischen Akademie die Plenarsitzungen des Bundesrates statt. In den letzten Jahren wurde der Nordflügel für rund zwei Millionen Euro saniert, wobei es in der Hauptsache darum ging, Brandschutzauflagen zu erfüllen.

 

In dem Gebäude haben derzeit neun ständige Mitarbeiter des Bundesrates ihren Sitz, 2006 wurden dort neun Sitzungen abgehalten.[3][4] Am 6. September 2006 wurde im ehemaligen Plenarsaal durch Bundesratspräsident Carstensen das "Informationszentrum Föderalismus" eröffnet, das über die Geschichte des Bundesrates und des Föderalismus informieren soll.

 

Südflügel [Bearbeiten]

Südflügel

 

Der Südflügel des Bundeshauses wurde 1949 als erste Erweiterung nach einem Entwurf des Architekten Hans Schwippert errichtet. Das 2250 m² umfassende Gebäude besteht aus einem Kellergeschoss, einem Erd- und zwei Obergeschossen mit circa 110 Büroräumen und einem Besprechungsraum. Das denkmalgeschützte Gebäude soll in Zukunft Teile des UN-Campus beherbergen und saniert werden.

 

Zwischenflügel [Bearbeiten]

 

Der Zwischenflügel wurde 1951 nach einem Entwurf der Bundesbaudirektion gebaut. Er streckt sich auf eine Fläche von 590 m² aus und verbindet das "Alte Hochhaus" mit dem Südflügel. Der Bau war die zweite Erweiterung des Bundeshauses. Die 36 Büro- und drei Besprechungsräume verteilen sich auf ein Sockel- und ein Erdgeschoss sowie zwei Obergeschosse. Der Verbindungsbau wird zukünftig Teil des UN-Campus.

 

Fraktionsbau [Bearbeiten]

 

Der 1610 m² umfassende Fraktionsbau, in dem ehemals die einzelnen Bundestagsfraktionen ansässig waren, wurde 1953 ebenfalls nach den Plänen der Bundesbaudirektion erbaut, gleichzeitig mit dem Alten Hochhaus. Er besteht aus zwei Gebäudekomplexen mit a) einem Sockelgeschoss und drei Obergeschossen mit 31 Büroräumen, b) einem Kellergeschoss, zwei Obergeschossen und dem Fraktionsflügel mit jeweils eineinhalbgeschossigen Sitzungssälen. Zukünftig soll das Gebäude Bestandteil des UN-Campus werden.

 

Altes Hochhaus [Bearbeiten]

"Altes Hochhaus"

 

Das offiziell "Altes Abgeordnetenhochhaus" genannte achtgeschossige Gebäude wurde 1953 nach einem Entwurf der Bundesbaudirektion errichtet. Die dritte Erweiterung des Bundeshauses enthält auf einer Fläche von 3990 m² zwei Untergeschosse auf der Bunkerebene, ein Erdgeschoss sowie sieben Obergeschosse mit 160 Büroräumen. Bis zum Frühjahr 2004 befand sich hier noch ein Teil der Bundestagsbibliothek, bis diese ins Marie-Elisabeth-Lüders-Haus wechselte. Danach wurde das Gebäude den Vereinten Nationen überlassen, um dort einen Teil des UN-Campus einzurichten. 2010/2011 soll hier ein Teil der Mitarbeiter des Klimasekretariates der Vereinten Nationen einziehen. Mit der dafür notwendigen Modernisierung und dem Umbau wird Ende 2008 begonnen.

 

Plenarsaalanbau (Vizepräsidentenbau) [Bearbeiten]

 

Der im Zuge des Plenarsaal-Neubaus bis 1992 für das Bundestagspräsidium errichtete "Vizepräsidentenbau" befindet sich an der Rheinseite. Er wird heute durch das Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn genutzt, das dort 36 Tagungsräume und 7 Konferenzsäle eingerichtet hat. Außerdem wurden hier Büros des koreanisch-amerikanischen Unternehmens SMI Hyundai geschaffen, das die Erweiterung des Internationalen Kongresszentrum Bundeshaus Bonn errichten und betreiben wird.

 

 

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