Die Außenansicht prägt die repräsentative Fassade mit dem elegant vorschwingenden Mittelteil und den beiden hohen Türmen. Sie ist mit ihren steilen Proportionen auf Fernsicht hin ausgelegt und stellt eine Antwort auf die Fassade der am gegenüberliegenden Hang gelegenen Klosterkirche von Banz dar, an der sie sich auch im Aufbau orientiert. Die Fassade gilt als eine der imposantesten und steilsten des Barock.

 

Die Gestaltung des Innenraumes ist motiviert durch die im Laufe der Baugeschichte aufgetauchten Probleme: Durch die Verschiebung des gesamten Baus nach Osten befindet sich der Ort der Erscheinung und damit des Gnadenaltars im Langhaus. Dieses sollte der ursprünglichen Planung und der Tradition gemäß lediglich auf den räumlichen Höhepunkt der überkuppelten Vierung hinführen. Neumann gelang es jedoch in Vierzehnheiligen, den Innenraum völlig unabhängig von den Vorgaben der Außenmauern zu gestalten. Er schuf einen vollständig kurvierten und damit sehr lebendigen Innenraum. Um den Altar herum, diesen gleichsam sanft umfassend, entwickelte er das von der Außenwand losgelöste sogenannte Gnadenoval, das den gesamten Raum auf den Ort der Erscheinung hin konzentriert und dessen kolossale Dreiviertelsäulen diesem Bereich einen herrschaftlichen Anspruch verleihen.

 

Die feinen Stuckaturen von Franz Xaver Feuchtmayer, Johann Michael Feuchtmayer dem Jüngeren und Johann Georg Üblhör, die Malereien Giuseppe Appianis und nicht zuletzt der Gnadenaltar machen aus der Basilika Vierzehnheiligen den am stärksten vom Geist des Rokoko geprägten Sakralbau Balthasar Neumanns. Auch das Licht, das durch viele Fenster und oft indirekt einfällt, trägt zur besonderen Atmosphäre des Raumes bei.

 

Das Gewölbe war beim Tod Neumanns noch nicht begonnen; dass es dennoch vollendet wurde, ist dem Staffelsteiner Baumeister Thomas Nißler zu verdanken. Es ist zweifellos eine technische Meisterleistung, vor allem, weil Neumann nicht alles genau berechnen konnte und sich allein auf seine Erfahrung verlassen musste. Es ist zwölf Zentimeter dick und aus fränkischem Kalkmarmor, einem nicht gerade solidem Material. Niemand glaubte bei der Errichtung der Basilika, dass das Gewölbe auf Dauer besteht. Es hält jedoch bis heute und überstand den verheerenden Kirchenbrand sowie die Witterungseinflüsse (die Basilika besaß nach dem Brand zwei Jahre lang kein Dach) ohne Schäden.

 

 

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