In Frankreich waren Foyers ursprünglich beheizte Aufenthaltsräume im Theater, wo sich die Schauspieler aufwärmen und umziehen konnten. Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff auch auf die vom Bühnenbereich abgetrennte Wandelhalle für die Zuschauer übertragen; schließlich bezog er sich nur noch auf diesen Teil des Theaters. Das Foyer wurde zum gesellschaftlichen Ort des Sehens und Gesehenwerdens und beinahe wichtiger als die Bühne selber. 1753 wurde zum ersten Mal ein prunkvolles Foyer in das neue Opernhaus des französischen Königs in Versailles integriert.

 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Foyer zum beherrschenden Teil der Theaterarchitektur und zum Treffpunkt der Gesellschaft einer Stadt: Beziehungen wurden geknüpft, Geschäfte angebahnt, es wurde getratscht und geflirtet: Nicht selten stahl das "Theater" im Foyer dem eigentlichen Theaterstück die Schau. Durch Reportagen aus Frankreich wurde der Begriff bald auch im Deutschen populär und heimisch. Beispiel für ein besonders prunkvolles Foyer ist dasjenige des Burgtheaters in Wien.

 

Als Ort der Pausengespräche ist das Foyer für den Erfolg oder Misserfolg einer Bühnenaufführung oft bedeutsam, gelegentlich ausschlaggebend, da Kritiker hier die Meinung des Premierenpublikums erlauschen können und diese nicht selten in ihre Rezension mit einbauen.

 

 

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