Das Hotel Geiger ist eine der Wiegen und herausragendes Zeugnis des frühen Tourismus im Berchtesgadener Land. Durch seine beachtliche Größe, die es von Gründung an hatte, nimmt es eine einzigartige Sonderstellung im bayerischen Voralpenland ein. Während in anderen Regionen Oberbayerns -- so am Starnberger See oder am Tegernsee -- dem gegen Ende des 19. Jahrhunderts einsetzenden Tourismus überwiegend Villenbauten oder Landhäuser als Gästeunterkünfte dienten, entstand mit dem Hotel Geiger eine Anlage kaum vergleichbarer Größenordnung.
Mit seiner herausgehobenen Alleinlage an der wichtigsten Verkehrsader der Region in unmittelbarer Nähe zum Ortseingang von Berchtesgaden und gegenüber dem Watzmannmassiv wirkt die Anlage in hohem Maße prägend für das Ortsbild. Unterstrichen wird diese Funktion durch die behutsame Einbettung der einzelnen Gebäude in die voralpine Landschaftsform.
Die repräsentative Gestaltung der Fassade, die mit historisierenden Elementen gezielt auf das regionaltypische Bauen Bezug nahm, sowie die hochwertige Ausstattung der großen Repräsentationsräume sind bedeutende Zeugnisse des gehobenen Tourismus in Oberbayern im ausgehenden 19. Jahrhundert. Der trotz Renovierungen und der Ergänzung durch Anbauten fast vollständig erhaltene Originalzustand findet im gesamten südbayerischen Raum kaum eine Entsprechung.
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